(A)-Tage - Workshop Transformative Gerechtigkeit

9.Mai 19:00 Uhr [ ]KUZE

Gerechtigkeit jenseits von Justiz, Polizei und Gefängnis: Transformative Gerechtigkeit

19:00 Uhr KuZe Hof (bei Regen im Theatersaal)
Workshop mit ignite! Workshop-Kollektiv

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Drinnen: 2G+ mit Maske
Draußen: 2G+ ohne Maske, mit Abstand

2G+ bedeutet vollständig geimpft / geboostert / genesen UND zusätzlich ein tagesaktueller Test.

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Warum reden wir in unseren Zusammenhängen eigentlich so viel davon, dass wir die Polizei ablehnen und rufen sie dann doch immer wieder an? Oder sind komplett ratlos, wie wir ohne sie agieren sollen? Und warum haben wir auch nach all den Jahrzehnten feministischer Kämpfe immer noch keine etablierten Konzepte zum Umgang mit zwischenmenschlicher und sexualisierter Gewalt?

Wir halten es für unabdingbar, unsere theoretische Ablehnung von Polizei und Patriarchat nicht nur als Stickermotive zu verwenden, sondern auch eine Praxis zu entwickeln, die Alternativen sucht und erarbeitet. Wir wollen sowohl einen Umgang mit Gewalt in unseren Zusammenhängen finden, der nicht auf den Prinzipien von Straflogik und staatlicher Gewalt beruht, als auch Verantwortung übernehmen für die Umstände, die auch in emanzipatorischen Gemeinschaften zwischenmenschliche Gewalt ermöglichen.

Wir sehen zwischenmenschliche Gewalt nicht als Ausdruck von Krankheit oder Bösartigkeit, sondern als sozial, also gesellschaftlich gemacht. Die Gesellschaft, in der wir leben, ist zutiefst durchzogen von Herrschaft, Strafe und Gewalt. Wenn wir (sexualisierte) Gewalt in unseren Räumen, Gruppen und Beziehungen beenden wollen, können wir die Augen vor diesen Herrschaftsverhältnissen nicht verschließen.

Daher wollen wir in diesem Workshop mit einigen Überlegungen zu den Zusammenhängen von Patriarchat (geschlechterbezogener Unterdrückung), Staat und Gewalt beginnen, die Logik des Strafens analysieren und schließlich alternative Konzepte zum Umgang mit Gewalt in unseren Gemeinschaften vorstellen.

Dabei wollen wir keinen Masterplan erklären, sondern mit Euch zusammen vorhandene Konzepte kennenlernen, Ideen und Erfahrungen austauschen und Euch anregen, Euch selbst Gedanken zum Thema zu machen. Wir wollen gemeinsam beginnen, in unseren eigenen Umfeldern daran zu arbeiten, zwischenmenschlicher Gewalt ohne den strafenden Staat begegnen zu können und auf Dauer nicht nur Feuerwehrpolitik zu machen, wenn es zu Übergriffen kam, sondern den Umständen, die diese gewaltvollen Verhältnisse erst ermöglichen, ein Ende zu setzen.

Wir versuchen, in dem Workshop möglichst allgemeinverständliche Worte zu benutzen, und Fach- und Szenebegriffe zu erklären. Menschen ohne Vorwissen sind herzlich willkommen!

Content notes (CNs) / Inhaltshinweise: evtl. Sexismus, Rassismus und Sklaverei, Klassismus und Polizeigewalt.

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Wenn Ihr Fragen zu Übersetzung, Barrierefreiheit oder Kinderbetreuung bei einzelnen Veranstaltungen habt, schreibt uns gerne: atagepdm[at]riseup.net.

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Nutzt gerne die kostenlosen Schnelltest-Angebote der Stadt (https://www.potsdam.de/corona-tests-potsdam). Wir haben einige Schnelltests vor Ort zur Verfügung, aber kommt bitte früher, wenn ihr diese nutzen wollt. In den Innenräumen werden wir regelmäßige Lüftungspausen einlegen.

Wir führen keine Kontaktverfolgung durch, aber meldet euch bei Infekt nachher bitte bei uns!

Nach direktem Kontakt oder bei Symptomen von Covid-19 wie Fieber, Müdigkeit, Husten, Schnupfen, Halsweh etc. seid bitte solidarisch und bleibt Zuhause - egal was der Schnelltest sagt (Allergien o.Ä. natürlich ausgenommen).

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Anarchistische Tage Potsdam
09.-21. Mai 2022
https://atagepdm.noblogs.org/de/
https://twitter.com/atagepdm