A-Tage: Kameido, Amakasu und Kanto-Massakker

11.September 19:00 Uhr Sputnik, Charlottenstraße 28

Kameido, Amakasu und Kanto-Massakker: Die Ermordung anarchistischer Oppositioneller und ein rassistisches Pogrom 1923 in Japan
19:00 Uhr Sputnik
Vortrag von Gregor Wakounig

Am 1. September 1923 verwüsteten ein Erdbeben und der darauf folgende Feuersturm weite Teile Tokios. Weit über 100.000 Menschen fanden den Tod. Die Katastrophe wurde von der damaligen, sich ideologisch immer weiter dem Faschismus annähernden japanischen Regierung für die Schaffung eines religiös-nationalistischen MärtyrerInnenmythos missbraucht, der noch bis heute fester Bestandteil weiter Teile der japanischen Politiklandschaft ist.

Von der Geschichtsforschung lange Zeit unbeachtet blieben aber drei ineinander verwobene Vorfälle, die einerseits symbolisch für den Beginn der faschistisch motivierten Repression gegen Linke und AnarchistInnen, sowie auch den Rassismus gegen in Japan KoreanerInnen und ChinesInnen stehen. In den Tagen und Wochen nach dem Erdbeben kam es einerseits zu einem Pogrom gegen KoreanerInnen und ChinesInnen, dem über 6000 KoreanerInnen und ChinesInnen zum Opfer fielen. Im Zuge dieses sogenannten "Kanto-Massakers" ließ der japanische Staat es sich nicht nehmen, auch gegen linke und anarchistische Oppositionelle vorzugehen bzw. letztendlich zu ermorden. Die Rede ist hier vom "Kameido-Zwischenfall" und "Amakasu-Zwischenfall".
Der Vortrag geht auf die Zusammenhänge zwischen dem lange Zeit als "vergessen" geltenden Pogrom sowie das staatliche Vorgehen gegenüber linken Oppositionellen ein. Was bedeutete dies sowohl für die japanische Linke als auch für nicht-japanisch gelesene Personen? Wurde damit eine Tür zum japanischen Faschismus aufgestoßen? Wie geht die japanische Linke bis heute mit diesen traumatischen Vorfällen um?

---

Für die Teilnahme an der Veranstaltung braucht ihr einen Corona-Schnelltest, der nicht länger als 24h her ist. Am besten seid ihr auch schon geimpft. In Innenräumen tragen wir eine medizinische Maske (außer die Referent*innen) und halten uns an die Abstände. Wir werden außerdem eure Kontaktdaten sammeln müssen – dies geschieht allerdings analog und die Daten werden nach Ablauf der Frist vernichtet.

---

Wenn Ihr Fragen zu Übersetzung oder Barrierefreiheit bei einzelnen Veranstaltungen habt, schreibt uns gerne an atagepdm@riseup.net

---

Anarchistischen Tage Potsdam 10.-19. September 2021

atagepdm.noblogs.org
atagepdm@riseup.net